[Deutsch] Banner in Dortmund und Worte von Monica Caballero

http://agdo.blogsport.eu/2014/12/24/dortmund-banner-aktion-in-solidaritaet-mit-anarchistischen-gefangenen/

SONY DSCWir erklären hiermit unsere Solidarität mit den Anarchistinnen und Anarchisten die im Zuge der „Operacion Pandora“ in Barcelona und Madrid vom spanischen Staat gefangen genommen wurden, sowie mit allen Opfern von staatlicher Repression und Polizeigewalt weltweit.

Wir fordern die sofortige Freilassung aller anarchistischen Gefangenen und die sofortige Einstellung der Operacion Pandora, sowie die Rücknahme des „Ley Mordaza“, des Knebelgesetzes, welches Demonstrationen, Protest und das Filmen von Bullen mit hohen Geldstrafen belegt und somit kriminalisiert.

Am 16. Dezember fand unter der Bezeichnung operación Pandora ein groß angelegter Polizei-Einsatz gegen Anarchistinnen und Anarchisten statt. In Madrid, Barcelona und einigen anderen Städten in Spanien wurden mehrere Privatwohnungen, besetzte Häuser und soziale Zentren von insgesamt 400 Einsatzkräften gestürmt und durchsucht.

Als Reaktion darauf wurde auf Twitter der Hashtag #YoTambiénSoyAnarquista (ich bin auch Anarchist) ins Leben gerufen und Zehntausende Spanierinnen und Spanier erklärten damit ihre Solidarität.

Auch in Italien sind Anarchist*innen Opfer von staatlicher Repression geworden und unter fadenscheinigen Vorwänden zu Teils fünf Jahren Haft verurteilt worden im Zuge der NoTAV-Bewegung, des Protestes gegen das unsinnige Großprojekt TAV. Die Gefangenen sind sofort freizulassen!

Wir solidarisieren uns des Weiteren mit den gefangenen Anarchist*innen und Anarchisten und den vielen Opfern staatlicher Gewalt in Mexico.

Unsere Aktion soll den Opfern von Repression zeigen, dass sie nicht alleine sind und nicht vergessen werden, sondern sich unserer Solidarität gewiss sein können. Wir rufen alle Menschen dazu auf, sich nicht einschüchtern zu lassen sondern erst Recht zu kämpfen, um Staaten zu überwinden und Anarchismus zu organisieren.

Adressen der spanischen Inhaftierten, um ihnen Briefe schreiben zu können: https://linksunten.indymedia.org/en/node/130198

Eine Erklärung dazu aus Spanien: https://linksunten.indymedia.org/en/node/130177

Freiheit für anarchistische Gefangene!

Freiheit für alle Gefangenen!

Anarchistische Gruppe Dortmund

http://de.contrainfo.espiv.net/2014/12/22/spanische-gefangisse-worte-von-monica-caballero-aus-dem-gefangis-von-brieva/

Spanische Gefängisse: Worte von Mónica Caballero aus dem Gefängis von Brieva

Wäre es mir möglich, ein anderes Leben zu wählen, würde ich es um nichts tauschen.

Ich erinnere mich noch sehr gut an das Gefühl, das mich berauschte, als ich begann, die Autorität in Frage zu stellen, ich erinnere mich an die zahlreichen Widersprüche und Fragen. Bei dieser Entdeckung von Ideen begegnete ich vielen, die in ihren Bibliotheken, Publikationen, Ateneos, usw… aus den Ideen materielle Praktiken machten, und in ihrem alltäglichen Leben… die Ideen hier und jetzt lebten. Es verging nicht viel Zeit, bis ich dasselbe machen wollte.

Ich erinnere mich an die Beklemmung, die ich fühlte, als ich mitbekommen habe, dass es Gefährtinnen gibt, die eingesperrt werden, weil sie die Ideen von Freiheit in die Praxis umsetzen; Ideengeschwister in allen Ecken der Welt im Schlund der panoptischen Bestie. Dieses beklemmende Gefühl hat sich nie geändert, doch die solidarische Geste begleitete es.

Wir sind viele Anarchistinnen, die wir uns auf der anderen Seite der großen Mauer befinden, diese Liste hat sich am Dienstag dem 16. Dezember noch mehr erweitert.

Die Tentakel der Macht ließen sich in anarchistische Räume, libertäre Ateneos, besetzte Häuser und Wohnungen von verschiedenen AnarchistInnen in Katalonien und Madrid nieder. Die Jagd fing elf Gefährtinnen ein, wovon sieben im Gefängnis blieben, angeschuldigt der Zugehörigkeit zu einer bewaffneten Bande von terroristischem Charakter. Es ist kein Zufall, dass die Verhafteten Teil meines näheren Umfelds sind, und dazu mehr als die Hälfte mich oft im Gefängnis besuchte. Der juridisch-polizeiliche Hammer hat die Solidarität bestraft.

Ich kann gegenüber so viel Elend nicht stillschweigen, die staatliche repressive Rache grenzt an den Wahn. Die Informationsmedien (Wortführer der Herrschenden) sprechen von Chefs und Untergeordneten, ich unterstreiche es ihnen und allen, die Zweifel daran haben: Wir sind Antiautoritäre! Niemand ist über mir, und auch ich bin über niemandem!

Die angegriffenen Räume in Katalonien, waren ebenso wenig zufällig, einerseits ist das Kasa de la Muntanya ein wichtiges Besetzungssymbol, mit seinen 25 Jahren weitab von der kapitalistischen Logik, die für viele Generationen von DissidentInnen dieses Terrorsystems ihren Beitrag erbracht haben. Die libertären Ateneos und anarchistischen Räume, die getroffen wurden, haben nie ihre Ideale versteckt, während sie einen fruchtbaren Boden boten, um die Samen der Freiheit zu säen.

Die Kosten in diesem Kampf für die Zurückerlangung unserer Leben sind sehr hoch, niemand sagte, dass es einfach sei, doch ohne irgendeinen Zweifel, wäre es mir möglich, ein anderes Leben zu wählen, so würde ich es um nichts tauschen. In diesem Kampf gegen die Herrschaft gibt es keine Käfige oder Mauern, die unsere Stimmen zum Schweigen bringen können, doch ohne euch Gefährtinnen verwandeln sie sich nur in Echos.

Wenn ihr, liebe Gefährtinnen, die ihr kürzlich eingesperrt wurdet, irgendwann diese Worte lesen könnt, sage ich euch, dass ich sicher bin, dass ihr unkorrumpierbar und auf der Höhe der Umstände bleiben werdet, wie ihr es immer gewesen seid.

Ich erinnere mich immer wieder, dass ich gelesen oder gehört habe, dass die Solidarität eine Waffe ist, die für die AnarchistInnen notwendig ist. Heute hoffe ich, dass diese Erinnerungen Realität werden… unsere Ideen zu Aktion werden lassen.

Strafanstalt von Brieva, spanischer Staat, Dezember 2014

Mónica Caballero
Ávila – Prisión Provincial
Ctra. De Vicolozano
Apdo. 206
5194 Brieva (Ávila) – España

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